Tatsächlich, wenn man von Kristall spricht, scheint es, dass die Erklärungen von Kristall und Samadhi, die seit jeher überliefert werden, oft zu Missverständnissen führen.
In den alten Überlieferungen heißt es, dass im Zustand des Samadhi ein Kristall ein Objekt widerspiegelt, und das stimmt zwar, aber in diesem Zustand ist das Bewusstsein selbst "Raum". Es handelt sich also um die Geschichte, dass der Raum als Ganzes ein Objekt rein widerspiegelt, wie ein Kristall. Wenn man die alten Überlieferungen wörtlich nimmt, könnte man fälschlicherweise annehmen, dass ein kleiner Kristall wie ein Stein das Herz des Samadhi ist, aber in Wirklichkeit verändert sich das Bewusstsein im Zustand des Samadhi, so dass das normale, denkende Bewusstsein im Wesentlichen stillsteht, aber auch bewegt werden kann. Das Bewusstsein des Atman, das dahinter liegt, ist das wahre "Ich"-Bewusstsein, und dieses Atman-Bewusstsein ist gewissermaßen "Ganzheit", "Raum" selbst. Die Qualität von "Ganzheit" und "Raum" wird mit einem Kristall verglichen, und es ist die Geschichte, dass "Ganzheit" und "Raum" ein Objekt rein widerspiegeln (wie ein Kristall).
Deshalb, wie bereits erwähnt, handelt es sich nicht um einen "Kristallstein", der in die Handfläche passt, sondern um die Eigenschaft des Raums selbst, des Bewusstseins selbst, die ein Objekt rein widerspiegelt, wie ein Kristall.
In diesem Zustand wird im Yoga gesagt, dass "Handlung, Objekt und Handlung" (Subjekt, Objekt, Handlung) eins werden, und das ist natürlich eine selbstverständliche Aussage, denn das Bewusstsein ist der "Ganzheit" entsprechende Atman. Da "Ganzheit" und "Raum" alles enthalten, ist es natürlich, dass "Handlung", "Objekt" und "Bewegung" alle darin enthalten sind. Wenn diese drei Dinge eins werden, bedeutet das, dass sie aus der Perspektive des Atman-Bewusstseins als dieselbe Ebene wahrgenommen werden. Das Atman-Bewusstsein liegt im Grunde, und unser normales, denkendes Bewusstsein liegt etwas darunter. Weil es darunter liegt, werden diese drei Dinge von Atman als zu derselben Ebene gehörend wahrgenommen, und das wird metaphorisch als "Einswerden" bezeichnet.
Im Japanischen werden diese drei Dinge vielfältig übersetzt, und laut Erklärungsbüchern findet man oft Erklärungen wie "Subjekt, Objekt und Handlung werden eins" oder "Das, was erkannt wird, das, was erkannt wird, und die Handlung des Erkennens werden eins". Das kann zwar auch so interpretiert werden, aber meiner Meinung nach ist die Realität etwas anders.
Als Erklärung gibt es auch die Interpretation, dass Subjekt oder das Erkennende der Atman (wahres Selbst) ist, das Objekt oder das Erkannte das Objekt, die Handlung oder die Erkenntnis, und dass diese drei Dinge eins werden. Das ist eine Interpretation, die man durchaus vertreten kann, aber in der Realität sind sie ja im Grunde genommen das Gleiche. In dieser Interpretation ist das Bewusstsein als Atman (wahres Selbst) allumfassend und erfüllt, es ist der Raum selbst, daher ist es natürlich, dass es Objekt (das Erkannte) und Handlung (die Erkenntnis) beinhaltet.
Allerdings ist der Atman (wahres Selbst) in Wirklichkeit weder Subjekt noch Objekt, daher ist es vielleicht verständlicher, wenn man sagt, dass diese drei Dinge in einer unteren Schicht des Atman (wahres Selbst) existieren.
Die Dinge sind einfach: Im Wesentlichen geht es um die Einheit, daher gibt es diese drei Dinge eigentlich gar nicht, sondern alles ist Brahman (Atman, wahres Selbst).
Und diese Eigenschaft von Brahman (wahres Selbst) hat auch die Eigenschaft, Objekte rein widerzuspiegeln, wie ein Kristall, und da es sich um Brahman handelt, ist es natürlich überall im Raum "gegenwärtig", und es geht um diese Eigenschaft der "Gegenwärtigkeit" von Brahman.
Und das Bewusstsein, dies zu erkennen, ist Samadhi. Wenn das eigene Bewusstsein zur Ruhe kommt und zur Stille wird, und man den trügerischen Zustand des normalen Bewusstseins überwindet, dann tritt das eigentliche Bewusstsein, das der Atman (wahres Selbst) ist, zutage, und dieser Zustand wird Samadhi genannt.