Manchmal scheint es, dass Menschen, die Mantrameditation praktizieren, stärker in ihrem Ego werden. Ich habe mich gefragt, warum manche Kinder, die früher eher zurückhaltend waren, im Laufe der Konzentrationsmeditation mit Mantras ein stärkeres Ego entwickeln. Laut meinem inneren Führer gibt es dafür zwei Gründe:
Es könnte sein, dass es sich um eine Maske handelt, die eine eigentlich hitzköpfige Person getragen hat, und die Mantrameditation diese Maske abwirft, wodurch die wahre Person zum Vorschein kommt, was den Eindruck erweckt, dass das Ego stärker wird, obwohl es schon immer so war.
Da die Mantrameditation im denkenden Geist (Astralebene, im Yoga Chit) durchgeführt wird, stimuliert sie zwangsläufig das Ego. Während die Mantrameditation wirksam ist, um Ablenkungen zu vertreiben, kann es sein, dass das Ego verstärkt wird, wenn man nach dem Verschwinden der Ablenkungen weiterhin Mantrameditation praktiziert.
Dies ist sowohl gut als auch schlecht. Yoga-Meditation ist grundsätzlich gut, aber es scheint, dass die Tendenz besteht, dass das Ego stärker wird, wenn man auch nach einer gewissen Fortschrittsphase die gleiche Methode beibehält. In einem Zustand vieler Ablenkungen ist es notwendig, den Geist auf einen einzigen Punkt zu konzentrieren, um sich von den Ablenkungen zu lösen, und etwas, an dem man sich festhalten kann, ist besonders am Anfang erforderlich. Dieses "etwas", an dem man sich festhält, kann ein Mantra sein. In diesem Sinne ist die Mantrameditation im Yoga sehr effektiv. Wenn man jedoch einen gewissen Zustand der Stille erreicht hat und weiterhin die angelehrte Methode der Mantrameditation praktiziert, kann es vorkommen, dass das Ego, das zuvor geschwächt und ruhig geworden ist, reaktiviert und stärker wird.
Spirituelles Wachstum erfordert ein gewisses Maß an Intuition, und es ist wichtig, den eigenen Zustand genau zu erfassen und flexibel darauf zu reagieren. Wenn man jedoch ohne viel Verständnis einfach das tut, was einem gesagt wurde, kann man unbemerkt zu viel tun oder unbeabsichtigte Ergebnisse erzielen.
In der Meditation sind Konzentration und Beobachtung zwei Seiten derselben Medaille, und beide müssen kombiniert werden, um einen Zustand von Dankbarkeit und Liebe zu erreichen. Einige Schulen legen jedoch zu stark den Wert auf eine dieser beiden Seiten.
Letztendlich hängt es davon ab, was eine Person sucht. Wenn jemand sein Ego stärken und ein starkes Leben führen möchte, kann die Fortsetzung der Mantrameditation ein Ziel erreichen. Das ist etwas, das jeder selbst entscheiden kann.
Wenn jemand jedoch das Ego überwinden und zu Liebe und Dankbarkeit gelangen möchte, sind möglicherweise einige Anpassungen erforderlich. In diesem Fall kann es sinnvoller sein, auf eine reine Konzentrationsmeditation oder eine Dankbarkeitsmeditation umzusteigen. Es ist oft schwierig, dies selbst zu erkennen, daher ist es beruhigend, einen kompetenten Lehrer zu haben. Wenn es keinen Lehrer gibt, muss man seinen eigenen Zustand genau beobachten und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen, um seinen eigenen Weg zu finden.