Die Weltanschauung ist nicht unbedingt von Anfang an vollständig.
Wenn man an Mythen und Weltanschauungen denkt, scheint es, als ob sie jemand von vornherein erschafft.
Man legt die Charaktere fest.
Man legt die Orte fest.
Man legt die Geschichte fest.
Man legt die Regeln fest.
So gestaltet man eine ganze Welt.
Natürlich gibt es auch diese Art der Gestaltung.
Aber bei Wayanata ist das Gefühl etwas anders.
Es wird nicht zuerst eine Welt geschaffen, sondern zuerst werden Aufzeichnungen erstellt.
Aufzeichnungen von Träumen. Aufzeichnungen von Reisen. Aufzeichnungen von Meditationen. Aufzeichnungen von Fragen. Tägliche Texte.
Wenn man diese immer wieder liest, ergibt sich später so etwas wie eine Weltanschauung. Das ist die Reihenfolge.
Es gibt Formen, die immer wieder auftauchen.
Wenn man sich nur einzelne Artikel ansieht, erscheinen sie als getrennte Geschichten. Manchmal geht es um Träume. Manchmal um Reisen. Manchmal um Meditationen. Manchmal denkt man über das Wesen der Welt nach. Zu diesem Zeitpunkt sind es einfach die Aufzeichnungen des jeweiligen Tages.
Aber wenn man sie im Laufe der Zeit immer wieder liest, tauchen bestimmte Formen immer wieder auf. Die gleichen Fragen. Ähnliche Gefühle. Wiederkehrende Charaktere und Orte. Themen, die man einmal vergessen zu haben schien, tauchen in anderen Artikeln wieder auf.
Wenn man solche Dinge allmählich erkennt, wird es mehr als nur eine Sammlung von Aufzeichnungen. Es scheint, als ob sich dahinter eine Struktur verbirgt. Wayanata legt Wert auf diese erkannte Struktur.
Eher ausgraben als erschaffen.
Was hier wichtig ist, ist, nichts Eigenes hinzuzufügen. Man füllt keine Lücken willkürlich aus. Man erfindet keine fehlenden Details perfekt neu. Nur weil etwas ähnlich ist, macht man es nicht unbedingt gleich. Bei Wayanata ist diese Sorgfalt erforderlich.
Denn dies sind nicht nur kreative Notizen, sondern eine Aufzeichnung über einen langen Zeitraum. In alten Texten steckt das eigene Verständnis zu diesem Zeitpunkt. In späteren Texten steckt ein verändertes Verständnis. Es gibt Dinge, die widersprüchlich erscheinen. Es gibt Dinge, deren Bedeutung noch unklar ist. Man versucht nicht, daraus eine einzige Antwort zu machen.
Wie bei Fundstücken aus dem Boden ordnet man sie zunächst so an, wie sie gefunden wurden, ohne sie zu zerstören. Eher ausgraben als erschaffen. Das trifft es wohl eher.
Die KI ist kein Autor, sondern ein Herausgeber.
Wenn eine KI beteiligt ist, scheint es, als ob alles erstellt werden kann. Man kann Geschichten erstellen. Man kann Einstellungen erstellen. Man kann Welten erstellen. Aber die Rolle, die Wayanata der KI zuschreibt, liegt nicht darin. Die KI ist keine Entität, die anstelle des Autors neue Mythen erschafft.
Eher ist es ein Kompilator, der jahrelange Aufzeichnungen liest, ordnet und Verbindungen findet.
Woher stammt diese Geschichte?
Mit welchen Artikeln steht sie in Verbindung?
Was ist noch unklar?
Ab wann sollten Menschen eine Entscheidung treffen?
Diese Dinge werden sichtbar gemacht.
Bei Wayanata hat die KI eher die Aufgabe, dabei zu helfen, dass die Welt erkennbar wird, als selbst eine Welt zu erschaffen.
Gefundene Informationen nicht sofort bestätigen
Sind Mythen etwas, das man erschafft oder entdeckt?
Bei Wayanata werden sie zunächst als etwas betrachtet, das man entdeckt.
Allerdings bedeutet das Finden noch nicht unbedingt die Bestätigung.
Das scheint wichtig zu sein. Das kommt immer wieder vor. Das könnte mit einem anderen Eintrag zusammenhängen. In solchen Phasen kann es vorkommen, dass wir etwas eine Weile liegen lassen. Eine Weltanschauung ist nichts, was man auf einmal fertigstellt. Es geht darum, Aufzeichnungen zu lesen, anzuordnen, zu betrachten und sie nach und nach weiterzuentwickeln. Deshalb werden die Mythen von Wayanata nicht als fertiges Produkt übergeben. Sie sind ein Fundstück im Entstehungsprozess. Manchmal gibt es noch Fragmente mit Erde daran. Manchmal erkennt man bereits eine Form. Aber dieser Entwicklungsprozess ist wichtig. Wahrscheinlich liegt der Reiz von Wayanata gerade darin.