Einige Schulen vertreten die Auffassung, dass Gott und Mensch unvereinbar sind, aber in Wirklichkeit sind Gott und Mensch sehr ähnlich. Es könnte auch gesagt werden, dass der Mensch nicht sofort Gott wird, selbst wenn er nichts tut, aber das ist auch nicht unbedingt richtig; es ist eine sehr subtile Beziehung.
Der Mensch beginnt, mit Gott eins zu werden, wenn er einen gewissen Grad der Samadhi-Erleuchtung erreicht hat. Davor sind sie getrennt, wenn man es so ausdrücken will. Tatsächlich waren Gott und Mensch von der fernen Vergangenheit bis zur Gegenwart und Zukunft nie getrennt, aber es gibt Menschen, die Gott nicht als solchen wahrnehmen können, die keine spirituelle Praxis ausüben und normale Menschen sind. Sie können Gott nicht wahrnehmen, obwohl Gott tatsächlich immer in der Nähe des Menschen ist.
Einige Schulen verherrlichen Gott und betrachten ihn als etwas Besonderes, aber im Wesentlichen besitzt der Mensch die göttliche Natur, die einfach noch nicht zum Ausdruck kommt.
Theoretisch stimmt das, was die Vedanta-Schule sagt, aber einige Schulen oder Personen innerhalb der Vedanta-Schule verstehen diese Dinge möglicherweise nicht vollständig oder haben keine Erfahrung damit, so dass ihre Aussagen manchmal keinen Sinn ergeben. Dennoch ist die grundlegende Logik, die die Vedanta-Schule vertritt, korrekt.
Wenn man die Logik der Vedanta als Grundlage nimmt und praktiziert, indem man Yoga, Zen oder andere spirituelle Praktiken wie Meditation und Sitzmeditation ausübt, versteht oder erlebt man allmählich, dass die wahre Natur des Menschen göttlich ist. Dies ist nicht nur eine Frage der Theorie oder des Verständnisses, sondern eine tatsächliche Veränderung des eigenen Inneren, die die göttliche Natur zum Ausdruck bringt, was auch als Samadhi bezeichnet wird. Durch das Erreichen von Samadhi erkennt man die göttliche Natur.
Tatsächlich gibt es verschiedene Stufen des Samadhi, aber wenn man einmal Samadhi erreicht, auch wenn es nur vorübergehend ist, werden alle diese Aspekte klar, und man hat keine Zweifel mehr.
Solange man glaubt, dass Gott und Mensch getrennt sind, ist man noch nicht weit genug in seiner spirituellen Praxis oder seinem Studium. Dies ist nicht nur eine Frage der intellektuellen Erkenntnis, sondern es geht darum, tatsächlich mit der göttlichen Präsenz im Herzen, im ganzen Körper und in der Umgebung zu verschmelzen oder Teil des göttlichen Seins zu werden, um diese Wahrheit zu verstehen.
Dies beginnt zunächst mit einer kleinen Erfahrung im Herzen, und das Bewusstsein von Samadhi breitet sich aus. Allmählich breitet sich dieses Bewusstsein im ganzen Körper aus und wird schließlich zu einem Zustand, in dem die Wahrnehmung Gottes in einem Bereich von etwa einem Raum oder etwa zehn Metern vorhanden ist.
Eine solche Erkenntnis, bei der die Wahrnehmung von Gott und des individuellen Selbst (sogenannte Jeeva) nicht getrennt ist, und zusätzlich die Wahrnehmung des „Feldes“ hinzukommt. Dadurch kann man die Präsenz Gottes spüren.