Auch wenn man es nicht sofort bemerkt, wird man mit der Zeit, wenn der Geist zur Ruhe kommt, die früheren Ausreden erkennen.


Die Erkenntnis ist zwar wichtig, aber nicht jeder kann sie sofort erlangen, und das hängt meiner Meinung nach mit dem Grad der Ruhe des Bewusstseins zusammen. Wenn das Bewusstsein in einer gewissen Ruhe ist, erkennt man, dass die Erklärungen oder Rechtfertigungen des Ego (Selbst) auf einer groberen Ebene nur "Dämonen" sind. Aber das ist eine Frage des Grades.

Einige Schulen legen Wert auf diese "Erkenntnis", aber ich denke, dass diese "Erkenntnis" eher ein "Ergebnis" ist.

Egal, wie sehr man sich konzentriert oder vorsichtig ist, oder wie genau man nach der von einer Schule vorgegebenen Lebensweise lebt, ob man diese Erkenntnis erlangt, hängt weniger von der Konzentration oder der Vorsicht oder der Lebensweise der Schule ab, sondern vielmehr davon, dass man sie als Ergebnis der Beruhigung des Bewusstseins erlangt.

Deshalb denke ich, dass es wenig Wirkung hat, wenn eine Schule sagt: "Erkenntnis, Erkenntnis".

Viel wichtiger ist es, das Bewusstsein zu beruhigen. Wenn man das Bewusstsein beruhigt, beruhigt sich auch das Ego (Selbst). Manchmal wehrt sich dieses Ego und versucht, sich zu rechtfertigen, indem es plausible Argumente vorbringt und sich selbst rechtfertigt. Aber selbst wenn man das akzeptiert, wird man irgendwann feststellen, dass diese Argumente nur Rechtfertigungen des Egos, also "Dämonen", waren.

Wenn man in diesem Moment sofort erkennt, dass es sich um eine bereits überwundene Art von Rechtfertigung oder einem "Dämon" handelt, hat man diesen bereits hinter sich gelassen. Bei Rechtfertigungen oder Argumenten, die man noch nicht überwunden hat, klingen diese oft sehr plausibel, und man denkt vielleicht: "Vielleicht ist das ja so". Diese noch nicht überwundenen "Dämonen" sind sehr subtil und raffiniert, daher ist es oft schwierig, sie zu erkennen.

Einige Schulen weisen dies gegenseitig an, aber da Anweisungen eine Hierarchie der Beziehungen erzeugen, entstehen Abhängigkeits- und Unterordnung, was ich nicht gut finde. Selbst wenn die Betroffenen sagen: "Das ist nicht so", wird bei der angesprochenen Person unbewusst ein Keil der Unterordnung gesetzt, was manchmal ein Hindernis für das Wachstum sein kann.

Es ist besser, sich nicht darum zu kümmern, sondern einfach das Beruhigen des Bewusstseins zu praktizieren. Irgendwann wird man als "Ergebnis" von selbst die früheren Rechtfertigungen und "Dämonen" erkennen.

Als Ergebnis dieser Erkenntnis kommt es zu einer Art "Loslassen", und man kommt zu der Aussage: "Das ist für mich nicht notwendig. Ich lasse das los."