Diese Dinge, die auf den ersten Blick völlig unterschiedlich erscheinen, sind in Wirklichkeit ziemlich identisch; es ist nur eine Frage der Perspektive.
Kreativität ist sowohl ein Ergebnis als auch die ursprüngliche Quelle selbst; daher ist sie im Sinne von "noch nicht erschaffen" etwas "Nicht-Existierendes", und im Sinne von "aus dem etwas entsteht" ist das "Nicht-Existierende" Kreativität. Dies ist keine bloße Wortspielerei, sondern es ist wirklich so: Wenn etwas "nicht existiert", bedeutet dies nicht unbedingt, dass es tatsächlich nichts ist; vielmehr bezeichnet es den Zustand, in dem der menschliche Denkprozess gestoppt hat, und wir bezeichnen diesen Zustand vorläufig als "Nicht-Existenz". In diesem Zustand ist zwar kein Denken (es ist nur vorübergehend eingestellt), aber ein Bewusstsein (ein Wille) von einer höheren Ordnung existiert.
Dieses Bewusstsein oder dieser Wille, der höher ist als das denkende Gehirn, ist die Quelle der Kreativität; aus Sicht des Gehirns (das ein Bewusstsein niedrigerer Ebene ist), erscheint dies jedoch nur wie eine Vorstellungskraft. In Wirklichkeit ist es für dieses höhere Bewusstsein selbst einfach "Wille" oder "Bewusstsein".
Ein Zustand, in dem es nur ein Bewusstsein niedrigerer Ebene gibt, bedeutet, dass das denkende Gehirn glaubt, sein gesamtes Bewusstsein sei alles, was es gibt. In diesem Zustand funktioniert die sogenannte "Kreativität" nicht gut; in dieser Phase wird lediglich die "Neuheit der Kombination bestehender Teile" als Kreativität bezeichnet, und dies ist meistens der Fall.
Und diese höhere Kreativität ist im Grunde genommen nicht unbedingt das Neueste oder völlig Neue; dennoch wird sie vorläufig als "Kreativität" bezeichnet, weil ein normales, denkendes Gehirn die Eigenschaft hat, dass ihm das Sichtbare und Verständliche vorgezogen wird, während ein Bewusstsein/ein Wille höherer Ordnung einen umfassenderen Blickwinkel besitzt.
Im Grunde genommen gibt es in Bezug auf die Essenz, die Struktur und den Mechanismus nicht so große Unterschiede zwischen dem denkenden Gehirn niedriger Ebene und dem (kreativen) Bewusstsein/dem Willen höherer Ebene; sie sind eher eine Fortsetzung voneinander. Allerdings unterscheidet sich der Bereich, der von jedem Bewusstsein (sowohl dem niedrigstufigen als auch dem hochstufigen Bewusstsein) wahrgenommen werden kann, so sehr, dass jemand, der sein Bewusstsein aus einer umfassenderen Perspektive einsetzt, eher etwas "Neues" hervorbringt. Und das ist nicht nur neuartig, sondern drückt die Essenz klarer aus und wird zu etwas "Schönen".
Daher ist Kreativität oft missverstanden, aber ihr Kern besteht darin, dass es sich weniger um "etwas Neues" handelt, wie es ein Gehirn niedriger Ebene sich vorstellt, als vielmehr darum, dass ein Bewusstsein höherer Ordnung mit einem umfassenden Blickwinkel etwas erschafft oder entwirft, was dann das Ergebnis ist, dass es neuartig erscheint, einen neuen Wert hat und Schönheit beinhaltet.